RA-Medikamente und der Mund
Medikamente können bei der Kontrolle Ihrer RA viel Gutes bewirken, aber es ist auch wichtig zu wissen, dass einige RA-Medikamente den Mundraum beeinträchtigen können.

Rheumatoide Arthritis (RA) wird durch die Unterdrückung des überaktiven Immunsystems behandelt. Die wichtigsten Therapien sind krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs); entweder konventionelle (z. B. Methotrexat), biologische oder zielgerichtete synthetische (z. B. JAK-Inhibitoren). Kortikosteroide (wie Prednison, Prednisolon oder Depot-Medron) werden ebenfalls eingesetzt, und viele RA-Patienten nehmen zusätzlich entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel ein, um die Symptome zu lindern.
Weitere Informationen zur Behandlung von RA finden Sie im Medikamentenabschnitt der NRAS-Website.

Wie sich RA-Medikamente auf den Mund auswirken können
Da RA durch die Unterdrückung des Immunsystems (mit Immunsuppressiva) behandelt wird, besteht bei Betroffenen ein höheres Risiko für Infektionen als in der Allgemeinbevölkerung. Im Mundraum zählen dazu Mundsoor (eine Hefepilzinfektion, die weiße Beläge, meist auf der Zunge, verursacht, die sich abreiben lassen und eine schmerzhafte, rote Stelle freilegen; begleitend können ein unangenehmer Geschmack, ein Brennen oder Wundsein der Zunge sowie Schluckbeschwerden auftreten) und Lippenherpes (verursacht durch die Reaktivierung des Herpes-simplex-Virus).
Weitere mögliche Nebenwirkungen von RA-Medikamenten im Mundraum sind Mundtrockenheit, Aphthen, Zahnfleischbluten, Schmerzen/Schwellungen des Zahnfleisches oder der Zunge, weiße Flecken/Beläge auf den Lippen oder im Mund, Juckreiz/Schwellungen der Lippen und der Zunge, Geschmacksveränderungen (z. B. metallischer Geschmack), Veränderungen des Atemgeruchs, Taubheitsgefühl/Kribbeln/Brennen der Lippen, blasse oder bläuliche Lippen, Kieferschmerzen/Beschwerden und geschwollene Lymphknoten. Es ist wichtig zu betonen, dass viele dieser Nebenwirkungen selten oder nur gelegentlich auftreten.
Methotrexat und der Mund
Eine Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis), die zu Mundgeschwüren führen kann, ist eine mögliche Nebenwirkung von Methotrexat, insbesondere bei Einnahme hoher Dosen (z. B. im Rahmen einer Krebstherapie). Auch bei rheumatoider Arthritis (RA) können Mundgeschwüre auftreten; die üblichen Medikamente gegen Magengeschwüre können jedoch Linderung verschaffen. Sollten die Beschwerden auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihr rheumatologisches Behandlungsteam. Ein Mangel an Folsäure oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (die zu einem Anstieg des Methotrexat-Spiegels im Körper führen können) können ebenfalls Mundgeschwüre verursachen.
Bei Mundgeschwüren wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt oder Hausarzt, der Ihnen eine Behandlung verschreiben kann. Achten Sie außerdem darauf, Ihre Medikamente in der richtigen Dosierung und im richtigen Abstand einzunehmen. Im Zweifelsfall konsultieren Sie Ihren Rheumatologen, eine spezialisierte rheumatologische Pflegekraft oder gegebenenfalls eine Pflegekraft für die häusliche Pflege.
Ich glaube, meine Medikamente verursachen Probleme mit meinem Mund
Wenn Sie glauben, an einem der oben genannten Mundprobleme zu leiden, suchen Sie bitte Rat bei Ihrem Zahnarzt oder Hausarzt. Manche Probleme lassen sich leicht mit rezeptfreien Medikamenten aus Ihrer Apotheke behandeln, z. B. „Zovirax“ gegen Lippenherpes.
Wenn das Problem weiterhin besteht oder besonders stark ausgeprägt ist, sollten Sie mit Ihrem Rheumatologen sprechen. Dieser kann Ihnen gegebenenfalls eine Anpassung Ihrer Medikamente oder der Dosis vorschlagen. Setzen Sie Ihre Medikamente zur Behandlung Ihrer rheumatoiden Arthritis NICHT ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem rheumatologischen Behandlungsteam ab.
Medikamente bei rheumatoider Arthritis
Die erstmalige Einnahme von Medikamenten oder der Beginn einer neuen Medikation kann beunruhigend sein. Diese Broschüre soll Ihnen helfen, einige der mit der Medikamenteneinnahme verbundenen Sorgen und Ängste zu lindern und diese Bedenken in ein realistisches Licht zu rücken.
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