Die rheumatologische Versorgung leidet unter der Überlastung der NHS-Krankenschwestern
30. April 2019
Eine Umfrage unter Fachkrankenpflegerinnen und -pflegern in der Rheumatologie ergab, dass die Arbeitsbelastung sich negativ auf die Patienten auswirkt. Mehr als acht von zehn befragten Pflegekräften (85 %) gaben an, dass ihr Team aufgrund der hohen Arbeitsbelastung bestimmte Aspekte der Versorgung entweder gar nicht oder nur verzögert leisten könne. Beispiele für verzögerte Behandlungen sind die Bereitstellung dringender Termine in Kliniken, die Beantwortung von Anrufen bei Beratungsstellen, Gelenkinjektionen und die Ausstellung von Rezepten.
Der gemeinsame Bericht der British Society for Rheumatology und der Wohltätigkeitsorganisation National Rheumatoid Arthritis Society (NRAS) mit dem Titel „Specialist Nursing in Rheumatology: The State of Play“ bietet ein umfassendes Bild der rheumatologischen Pflegedienstleistungen in Großbritannien, einschließlich Pflege, Arbeitsbelastung und Personalrekrutierung.
Die Rheumatologie umfasst alle Erkrankungen des Bewegungsapparates, die Gelenke, Knochen und Muskeln betreffen, sowie seltenere Autoimmunerkrankungen und Rückenschmerzen. Fachkrankenpflegerinnen gaben in der Umfrage an, sich überfordert, gestresst, müde und unzureichend unterstützt zu fühlen.
Ali Rivett, Geschäftsführerin der British Society for Rheumatology, sagte: „Die übermäßige Arbeitsbelastung setzt die Pflegekräfte enorm unter Druck, was die Patientenversorgung beeinträchtigen kann. Es ist inakzeptabel, dass die Rheuma-Teams so unterbesetzt sind. Fachpflegekräfte sind mit Verwaltungsaufgaben überlastet und leisten oft unbezahlte Überstunden, nur um die Grundversorgung aufrechtzuerhalten.“.
„Das Pflegepersonal spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung der über 10 Millionen Menschen in Großbritannien, die von rheumatischen Erkrankungen betroffen sind und Unterstützung bei der Linderung ihrer Symptome benötigen. Wir müssen die Personalstärke erhöhen und sicherstellen, dass unsere Fachpflegekräfte angemessen geschult und unterstützt werden.“
Viele Fachkrankenpfleger/innen für Rheumatologie sind allein für Teile der Patientenversorgung verantwortlich. Ihre Tätigkeit umfasst zahlreiche Aufgaben, darunter die Diagnosestellung, körperliche Untersuchungen, die Einleitung von Behandlungen, die Verschreibung von Medikamenten, die Verbesserung der körperlichen, psychischen und sozialen Funktionen sowie die Überweisung zu weiterführenden Untersuchungen oder an einen entsprechenden Facharzt.
Der Bericht zeigt, dass Patienten zunehmend Schwierigkeiten haben, Termine früher als sechs Monate im Voraus zu vereinbaren. Lange Wartezeiten können bei Erkrankungen wie Arthritis, bei denen eine umgehende Behandlung unerlässlich ist, zu irreversiblen Schäden führen.
Ailsa Bosworth, Geschäftsführerin der Nationalen Gesellschaft für Rheumatoide Arthritis, sagte:
Patienten berichten uns, dass rheumatologische Fachpflegekräfte für sie eine wichtige Stütze sind, da sie ihnen helfen, sowohl die körperlichen als auch die seelischen Leiden zu bewältigen und zu lindern. Derzeit haben Pflegekräfte Schwierigkeiten, selbst die grundlegendsten Leistungen zu erbringen, und ihnen fehlt die Zeit, Innovationen voranzutreiben oder ihre berufliche Praxis weiterzuentwickeln. Wir müssen jetzt handeln, um eine Versorgungskrise für Patienten mit diesen lebenslangen, schmerzhaften und schwächenden Erkrankungen zu verhindern.
David Pickles, Mitglied der BSR und angehender Advanced Nurse Practitioner, sagte: „Es gibt erhebliche Herausforderungen, die unsere Fähigkeit gefährden, unseren Patienten die bestmögliche und zeitnahe Versorgung zu bieten. Wir brauchen eine bessere Anerkennung der Arbeit von Pflegekräften und müssen sicherstellen, dass wir Zugang zu den besten Weiterbildungen erhalten und von unseren Arbeitgebern angemessen unterstützt werden, um unsere klinische Wirkung zu maximieren.“
Zoë Ide, eine NRAS-Unterstützerin, die selbst an rheumatoider Arthritis leidet, sagte:
Meine Fachkrankenschwestern waren immer äußerst hilfsbereit und unterstützend. Dank ihres Fachwissens erhalte ich schnell die Hilfe, die ich brauche, um Medikamentenumstellungen, unerwartete Symptome und plötzliche Krankheitsschübe zu bewältigen. Sie geben mir unschätzbare Sicherheit und helfen mir, meine Erkrankung gut zu managen.
Weitere wichtige Ergebnisse des Berichts sind:
- Mehr als sieben von zehn (78 %) der befragten Abteilungen gaben an, dass ihre rheumatologische Fallzahl mehr als 1.000 Patienten betrug
- Ein Drittel der Pflegekräfte (31 %) gab an, keinen Bildungsurlaub nehmen zu können, und acht Befragte gaben an, ihre Weiterbildung selbst finanziert und ihren Jahresurlaub genutzt zu haben, um Fehlzeiten am Arbeitsplatz auszugleichen
- Fast die Hälfte (44 %) der Krankenschwestern gab an, dass in ihrer Abteilung Bedarf an neuen Stellen bestehe, dass aber nicht genügend qualifizierte Krankenschwestern zur Verfügung stünden.