Gestaltung der rheumatologischen Versorgung in Schottland: Schottisches Qualitätsregister (ScotQR) für rheumatoide Arthritis

11. Oktober 2019

Wir hatten den Start bereits Anfang des Jahres angekündigt, doch aufgrund technischer Probleme verzögerte sich alles um einige Monate. Nun kann es endlich losgehen! Das Projekt wird von Healthcare Improvement Scotland mit Unterstützung der Health Foundation organisiert. Menschen mit rheumatoider Arthritis waren von Anfang bis Ende in die Planung und Umsetzung eingebunden.

Das System, das von in Schweden seit einiger Zeit erfolgreich angewandten Regelungen inspiriert ist, zielt darauf ab, eine patientenzentrierte Versorgung anzubieten und zu stärken, die Arzt-Patienten-Partnerschaft und die gemeinsame Entscheidungsfindung zu verwirklichen, ein informiertes Selbstmanagement zu unterstützen und die Kontinuität der Versorgung durch Symptomverfolgung und Ergebnismessung zu fördern.

Im Mittelpunkt der Sprechstunde steht ein Online-Tool bzw. ein „Dashboard“, das patientenberichtete Wohlbefindensdaten mit validierten klinischen Informationen verknüpft. Patient und Arzt nutzen dieses Tool als Grundlage für ihr Gespräch. Angesprochene Themen und gemeinsam getroffene Entscheidungen werden protokolliert und dem Patienten zur Aufbewahrung ausgedruckt. In einem vollständig funktionsfähigen System steht diese Ressource den Patienten zwischen den regulären Terminen zur Verfügung, um Informationen zu erfassen und die Kommunikation zu ermöglichen. Da die Pilotphase zeitlich begrenzt ist, beinhaltet sie diese Funktion noch nicht.

Das Pilotprogramm läuft vier Monate lang ab Oktober 2019. Teilnehmer an den beiden Pilotstandorten – sowohl Mitglieder des klinischen Teams als auch Patienten – werden um Feedback gebeten. Die Erprobung des ScotQR dient der Erstellung und Bewertung eines Business Case für die weitere Einführung des Registeransatzes in ganz Schottland im Bereich der Rheumatologie sowie einer möglichen Ausweitung auf andere Fachrichtungen.

Die Vorteile eines Qualitätsregisters – verbesserte Kommunikation, reibungslosere Kontinuität der Versorgung, rechtzeitigere Interventionen bei Bedarf, stärkere Patientenbeteiligung sowohl in der individuellen Behandlung als auch bei der Neugestaltung von Behandlungspfaden, Verfügbarkeit nützlicher Daten und vor allem bessere Behandlungsergebnisse (in Schweden wurde bei Menschen mit rheumatoider Arthritis eine 50%ige Reduktion der Krankheitsfolgen berichtet) – machen diese Initiative vielversprechend. Wenn Sie in einem der Pilotgebiete wohnen, haben Sie wahrscheinlich bereits Informationen erhalten oder bekommen alle notwendigen Unterlagen vor Ihrer Teilnahme. Wir halten Sie andernfalls auf dem Laufenden und hoffen, dass dieses Programm in naher Zukunft – oder zumindest in absehbarer Zeit – für alle in Schottland verfügbar sein wird.