Spürst du das Wetter in deinen Gelenken?
Blog von Victoria Butler

„Ein Sturm zieht auf. Ich spüre es in meinen Knochen!“ Wenn Sie jemals das Gefühl hatten, Ihre Knochen könnten Wetterveränderungen vorhersagen oder Ihre Schmerzen würden sich bei bestimmten Wetterbedingungen verstärken, dann sind Sie nicht allein. Wir hören das regelmäßig an unserer Hotline, aber ist es nur einer dieser bekannten und beliebten Wettermythen?
In Großbritannien glauben laut Berichten 61 % der Erwachsenen, dass liegende Kühe ein Zeichen für Regen sind, obwohl dies nachweislich falsch ist. Gleichzeitig glauben rund 75 % der Patienten mit chronischen Schmerzen, dass sich ihre Schmerzen bei bestimmten Wetterbedingungen verschlimmern können. Obwohl es hierzu keinen vollständigen Konsens gibt, stützen einige wissenschaftliche Studien diese Annahme.
Eine der größten dieser Studien wurde 2016 von Forschern der Universität Manchester und ihren Kooperationspartnern initiiert. 13.000 Einwohner Großbritanniens mit chronischen Schmerzerkrankungen, darunter rheumatoide Arthritis, dokumentierten 14 Monate lang täglich ihre Schmerzintensität sowie weitere Einflussfaktoren wie Stimmung, körperliche Aktivität und Schlafqualität. Mithilfe der GPS-Ortung ihrer Smartphones wurden täglich die Wetterdaten erfasst und anschließend analysiert.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Tage mit höherer Luftfeuchtigkeit, niedrigerem Luftdruck und starkem Wind (in dieser Reihenfolge) eher mit stärkeren Schmerzen einhergehen. Niedriger Luftdruck wird häufig mit unbeständigem Wetter, wie Bewölkung, Wind und Regen, in Verbindung gebracht. Diese Befunde decken sich mit den Berichten von Patienten, die oft kalte, feuchte Tage oder Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit erwähnen, wenn sie die Auswirkungen des Wetters auf ihre Gelenke beschreiben.
Die Studie zeigte auch, dass, während die Stimmung erwartungsgemäß stark mit dem Schmerz zusammenhängt, der Zusammenhang zwischen Wetter und Schmerz nicht durch dessen Einfluss auf die Stimmung oder die körperliche Aktivität erklärt werden kann.
Andere Studien haben ebenfalls Muster im Zusammenhang mit Wetter und Jahreszeiten festgestellt, die sich auf das Schmerzniveau auswirken. Eine Studie deutete darauf hin, dass die Frühlings- und Wintermonate mit einem höheren Schmerzniveau verbunden sind.
Wichtig ist anzumerken, dass Studien zwar einen Zusammenhang zwischen bestimmten Wetterbedingungen und Schmerzen festgestellt haben, aber nicht darauf schließen lassen, dass der Krankheitsverlauf vom Wetter beeinflusst wird. Wenn Sie also in ein Gebiet mit warmem, trockenem Klima ziehen würden, könnten sich Ihre Schmerzen zwar bessern und Ihr Alltag angenehmer werden, Ihre rheumatoide Arthritis würde dadurch aber weder aktiver noch weniger aktiv werden.
Das Wetter in Großbritannien kann recht wechselhaft und unbeständig sein, was wohl der Grund dafür ist, dass wir so gerne darüber reden! Daher ist es oft schwierig, Aktivitäten wetterbedingt zu planen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Ihre Schmerzen vom Wetter beeinflusst werden können und dass längere Perioden mit besonders feuchtem oder kaltem, nassem Wetter Ihr Wohlbefinden stark beeinträchtigen können.
Wenn Sie glauben, dass das Wetter Ihre Schmerzintensität beeinflussen könnte, könnten Sie versuchen, eine Zeit lang ein Schmerztagebuch zu führen, in dem Sie Ihre Schmerzintensität auf einer Skala von 0 bis 10 sowie die Wetterbedingungen des jeweiligen Tages und alle anderen Faktoren, die zu den Schmerzen beitragen könnten, wie z. B. eine Änderung der Medikation oder ein akuter Schub, festhalten.
Fragen, die Menschen mit rheumatoider Arthritis häufig stellen – und die beruhigenden Antworten
„Warum scheinen meine Gelenke das Wetter besser vorherzusagen als die Wettervorhersage-App auf meinem Handy?“
Sie sind definitiv nicht die Einzige, der es so geht. Viele Menschen mit rheumatoider Arthritis berichten, dass Veränderungen von Luftdruck, Temperatur oder Luftfeuchtigkeit ihre Symptome zu verstärken scheinen. Auch wenn die genauen Gründe dafür noch diskutiert werden, gibt es Hinweise darauf, dass höhere Luftfeuchtigkeit, niedrigerer Luftdruck und starker Wind oft zu stärkeren Schmerzen führen. Ihr Körper bildet sich nichts ein – er reagiert auf Veränderungen in seiner Umgebung, und zwar auf eine Weise, die die Forschung noch nicht vollständig verstanden hat. Wichtig ist, dass Ihre Erfahrung real ist und Sie damit nicht allein sind.
„Ist es normal, dass sich an kalten, feuchten Tagen alles etwas schwerer und steifer anfühlt?“
Ganz normal. Viele Menschen mit rheumatoider Arthritis beschreiben kälteres oder feuchteres Wetter als eine Art „Verstärker“ ihrer Symptome. Das bedeutet nicht, dass sich Ihr Zustand verschlechtert; es bedeutet lediglich, dass Ihre Gelenke und Ihr Gewebe auf die Umgebung reagieren, genau wie der Rest Ihres Körpers. Wärme, Bewegung und ein regelmäßiger Rhythmus können die Beschwerden lindern, und zu wissen, dass es sich um ein häufiges Muster handelt, kann diese Tage etwas weniger rätselhaft erscheinen lassen.
„Wenn Wissenschaftler sich nicht sicher sind, was wetterbedingte Schmerzen verursacht, heißt das dann, dass ich nichts dagegen tun kann?“
Ganz und gar nicht. Auch wenn die Wissenschaft noch nicht alle Zusammenhänge der Wetterextreme auf die Gelenke erforscht, sind die Auswirkungen real und es gibt Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen. Sanfte Wärme, Kleidung im Zwiebellook, warme Duschen, regelmäßige Bewegung und kurze Pausen können die Gelenke entlasten. Und denken Sie daran: Unsicherheiten in der Forschung bedeuten nicht, dass Ihre Erfahrung ungültig ist – es bedeutet lediglich, dass die Forschung noch nicht abgeschlossen ist und Sie Teil einer Gemeinschaft sind, die dazu beiträgt, unser zukünftiges Verständnis zu erweitern.
Weitere Informationen zu den Symptomen von RA finden Sie unter dem folgenden Link.
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