Kontrast-Hydrotherapie: Vom Regen in die Traufe, ins Eisbad
Blog von Victoria Butler

In einem kürzlich geführten Interview mit unserer Geschäftsführerin Clare Jacklin verriet uns die Schauspielerin Sheila Hancock, dass einer ihrer besten Tipps zur Linderung ihrer RA-Symptome darin besteht, beim Duschen dreimal täglich zwischen sehr heißem und sehr kaltem Wasser zu wechseln.
Was genau ist diese Therapie? Wie könnte sie helfen und gibt es dafür irgendwelche Beweise?
Leider ist die Beweislage bisher recht begrenzt. Dennoch gibt es einige Studien, darunter eine niederländische Studie aus dem Jahr 2016, die ergab, dass Wechselduschen zwar die Anzahl der Krankheitstage nicht verringerten, aber die Arbeitsunfähigkeit um 29 % reduzierten. Dies deutet darauf hin, dass Krankheitssymptome unter diesen Bedingungen leichter zu bewältigen waren. In dieser Studie duschten die Teilnehmer 30 Tage lang abwechselnd 30 bis 90 Sekunden lang mit sehr kaltem Wasser.
Die Studienteilnehmer litten nicht an schweren Erkrankungen, daher sind die Ergebnisse eher allgemeiner Natur und nicht auf die Behandlung einer spezifischen Erkrankung oder Verletzung ausgerichtet. Besonders aussagekräftig war die Tatsache, dass 91 % der Teilnehmer angaben, die Therapie nach Studienende fortsetzen zu wollen, was 64 % tatsächlich taten.
In einer weiteren Studie wurde bei Menschen mit Kniearthrose, die eine Kontrasthydrotherapie ausprobierten, eine Schmerzlinderung und eine verbesserte Funktion festgestellt.
Varianten dieser Technik (bekannt als Wechselbadtherapie) gibt es schon lange. Die Römer badeten in beheizten Räumen und tauchten dann in kaltes Wasser ein, eine Praxis, die auch heute noch in Saunen Anwendung findet. Auch viele Sportler nutzen die Wechselbadtherapie zur Regeneration nach Verletzungen, obwohl es an wissenschaftlichen Belegen für ihre Wirksamkeit mangelt. Anstatt zu duschen, tauchen die Sportler in diesem Fall ihren Körper oder eine betroffene Extremität oft in sehr kaltes Wasser und wieder heraus.
Sowohl Wärme- als auch Kältetherapie sind gängige Methoden zur Behandlung von rheumatoider Arthritis. Wärmetherapie fördert die Durchblutung, indem sie die Blutgefäße erweitert und so den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen verbessert. Dies kann Gelenksteife lindern und wird häufig bei RA eingesetzt, insbesondere bei morgendlicher Gelenksteife. Kältetherapie hingegen bewirkt eine Verengung der Blutgefäße. Dadurch wird die Durchblutung im betroffenen Bereich reduziert, was Schwellungen lindern kann. Aus diesem Grund werden Kältepackungen oft auf die betroffenen Gelenke aufgelegt, um Schwellungen während eines Krankheitsschubs zu reduzieren.
Die meisten Belege für die Wirksamkeit der Wechselwassertherapie beruhen derzeit auf Erfahrungsberichten. Anwender berichten von einer Vielzahl positiver Effekte, darunter Schmerzlinderung, Reduzierung von Steifheit und Entzündungen, verbesserte Stimmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Energie sowie eine verbesserte Appetitregulierung. Dass hierzu noch keine Studien vorliegen, könnte schlichtweg auf einen Mangel an Untersuchungen in diesem Bereich zurückzuführen sein. Die große Zahl derer, die die Therapie nach einem ersten Versuch fortsetzen möchten, ist jedoch sehr überzeugend.
Fragen, die Menschen mit RA häufig stellen
„Ich höre immer wieder, wie begeistert die Leute vom Wechsel zwischen heißem und kaltem Wasser sind. Ist die Wechselwassertherapie tatsächlich hilfreich bei rheumatoider Arthritis oder handelt es sich dabei hauptsächlich nur um einen Trend?“
Es gibt zwar noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise, aber einige kleinere Studien und viele Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass es bei Beschwerden wie Steifheit, Schwellungen und der allgemeinen Genesung helfen kann. Wärme und Kälte haben bekanntermaßen Auswirkungen auf die Durchblutung und Entzündungen, daher kann ein Wechsel zwischen beiden für manche Menschen sinnvoll sein. Es ist kein Ersatz für die Behandlung von rheumatoider Arthritis, aber manche Betroffene empfinden es als Linderung oder eine Verbesserung ihres Wohlbefindens.
„Wenn ich einen Wechsel von heiß zu kalt beim Duschen ausprobieren möchte, gibt es etwas, das ich beachten sollte, bevor ich direkt in eiskaltes Wasser springe?“
Es empfiehlt sich, langsam anzufangen und auf die Reaktion Ihres Körpers zu achten. In den bisherigen Studien wurden kurze Kaltwasserstöße (etwa 30 bis 90 Sekunden) verwendet, die im Allgemeinen gut vertragen wurden. Bedenken Sie, dass die Empfindlichkeit individuell unterschiedlich ist, insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Beginnen Sie daher vorsichtig und fragen Sie im Zweifelsfall Ihr Behandlungsteam. Ziel ist es nicht, Ihren Körper zu überfordern, sondern herauszufinden, ob Ihnen der Kontrast guttut.
„Man sagt, Wechselduschen würden die Stimmung und die Energie steigern. Stimmt das wirklich, oder ist das nur etwas, was Fans von kalten Duschen gerne behaupten?“
Viele der berichteten Vorteile beruhen auf Einzelfallberichten, sind aber so verbreitet, dass man sie kaum ignorieren kann. Viele Menschen geben an, sich durch die Temperaturwechsel wacher, konzentrierter oder weniger steif zu fühlen, auch wenn die Wissenschaft dies noch nicht vollständig bestätigt hat. Interessant ist, wie viele Menschen es nach dem ersten Ausprobieren weiterhin tun, was in der Regel darauf hindeutet, dass sie positive Erfahrungen damit gemacht haben.
Praktizieren Sie Wärme- und Kältetherapie oder überlegen Sie, es einmal auszuprobieren? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen auf Facebook, Twitter und Instagram. Sie können außerdem unsere früheren Facebook-Live-Sendungen ansehen und das vollständige NRAS-Interview mit Sheila Hancock auf unserem YouTube-Kanal anschauen .