Nach 10 Jahren mit rheumatoider Arthritis kann mir niemand mehr mein Lächeln nehmen
Alan Wiles ist eines unserer Mitglieder. Er wollte seine Geschichte während der Woche der rheumatoiden Arthritis mit uns teilen und uns dabei unterstützen, das Bewusstsein für diese Krankheit zu schärfen und anderen einen Einblick in das Leben hinter dem Lächeln zu geben (#behindthesmile)

Bei Alan wurde vor 10 Jahren RA diagnostiziert; dies ist seine Geschichte.
Ich war ein ganz normales Kind, aus einer Militärfamilie, aufgewachsen in den 70ern. Was gibt es Schöneres? Partys, Discos, Mädchen und natürlich jede Menge Bier. Nur zwei Wochen nach bestandener Fahrprüfung arbeitete ich als Fahrer für Hertz am Flughafen Heathrow. Ich war vom Fahrfieber gepackt, machte den Personenbeförderungsschein und fuhr anschließend Reisebusse für ein Unternehmen aus Weymouth in ganz Europa. Ich genoss jede Minute. Ich konnte endlich das tun, was ich wollte, fühlte mich wie im Dauerurlaub und wurde auch noch dafür bezahlt. Ich ahnte nicht, was mir bevorstand. Ich fühlte mich ständig müde und hatte fast immer Schmerzen. Ich war auch ein paar Mal gestürzt, also wurde ich zu einem Arzt in Southport überwiesen. Nach einigen Untersuchungen wurde bei mir rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Aufgrund der Art meiner Arbeit musste ich meinen geliebten Job aufgeben. Es fühlte sich an, als wäre meine Welt zusammengebrochen. Es folgten Behandlungen und Eingriffe, aber nichts schien zu helfen.
Sie wissen ja, dass es nicht einfach ist, rund um die Uhr mit Schmerzen zu leben. Selbst einfache Dinge, die mir Spaß machen, wie meine Stieftochter zur Schule zu bringen, sind wegen der Schmerzen und der Erschöpfung schwierig. Menschen ohne rheumatoide Arthritis können sich das gar nicht vorstellen – die Schmerzen hören einfach nicht auf. Aber was sagen wir? Wenn man uns fragt, wie es uns geht, sagen wir einfach „Mir geht es gut“, obwohl es uns in Wirklichkeit nicht gut geht. Ich leide außerdem unter Depressionen und trinke wahrscheinlich mehr, als gut für mich ist. Ich bin seit etwa zehn Jahren arbeitslos und gehe an Krücken. Es wird immer schwieriger, jeden Tag etwas zu unternehmen. Früher bin ich jeden Tag etwa acht Kilometer gelaufen, weil ich gerne rauskam. Das geht jetzt nicht mehr. Der Winter ist die schlimmste Zeit; ich sitze nur drinnen. Ich liebe es, am Meer zu wohnen, aber im Winter ist es kalt. Doch der Sommer ist nicht mehr weit; Zeit, mich wieder aufzuraffen, den Akku meines alten 6-Stunden-Rollers aufzuladen und endlich wieder rauszugehen.
Nun, das ist meine Geschichte, aber trotz meiner rheumatoiden Arthritis und allem, was damit einhergeht, gibt es eine Sache, die mir, dir oder uns niemand nehmen kann: unser Lächeln und vor allem unsere Familie.