Der Künstler
Imogen Elliott leidet seit ihrem 15. Lebensjahr an Gelenkschmerzen und erhielt mit 17 die Diagnose rheumatoide Arthritis. Die Schmerzen in ihrer rechten Hand wurden so stark, dass sie ihr das Zeichnen größtenteils unmöglich machte. Daraufhin entwickelte sie mit ihrer linken Hand einen eigenen Stil, der mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Sie nimmt nun Auftragsarbeiten an und verkauft Grußkarten mit ihren Motiven.
Mit 15 Jahren wachte ich eines Morgens auf und meine Füße waren wie gelähmt. Ich konnte es damals nur so beschreiben, als wären sie gebrochen. Innerhalb weniger Tage waren auch meine Hände steif. Die Ärzte schoben es auf Wachstumsschmerzen, aber meine Mutter blieb hartnäckig, und schließlich wurde bei mir mit 17 Jahren rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Ich studierte damals Kunst und war am Boden zerstört. Seit meinem achten Lebensjahr wollte ich nichts anderes werden als Künstlerin.
Zwei Jahre lang litt ich unter ständigen Schmerzen in den Händen. Manchmal waren sie so stark, dass ich mich nicht einmal selbst anziehen konnte. Das Gehen war so schmerzhaft, dass ich eine Technik entwickelte, bei der ich auf den Außenseiten meiner Füße balancierte, um die Schmerzen zu lindern. Ich war auf Schmerzmittel angewiesen, bis mir der Rheumatologe Methotrexat verschrieb.
Meine Mutter empfahl mir Akupunktur, die ich alle sechs Wochen zur natürlichen Schmerzlinderung erhielt. Für mich war dies die beste Form der Schmerzlinderung, aber sie war teuer. Mit der Erhöhung meiner Methotrexat-Dosis wurde ich ängstlich und verwirrt – eine der Nebenwirkungen des Medikaments. Positiv daran ist jedoch, dass es meine Knochen vor Verformungen bewahrt hat.
2009 zog ich nach Cheltenham, um an der University of Gloucestershire Illustration zu studieren. Ich wusste, es würde hart werden, aber ich konnte meinen Traum nicht aufgeben.
Im ersten Jahr war ich sehr krank, da mein Immunsystem geschwächt war – eine weitere Nebenwirkung von Methotrexat. Manchmal hatte ich extreme Schmerzen in Händen und Füßen und musste den Unterricht ausfallen lassen, aber ich war fest entschlossen und habe mich durch den dreijährigen Kurs durchgekämpft.
Die Schmerzen in meiner rechten Hand hinderten mich die meiste Zeit am Zeichnen, also fing ich an, mit der linken Hand zu kritzeln. So entwickelte ich einen eigenen Stil. Im September hatte ich meine erste Einzelausstellung in einer lokalen Galerie, wo meine Werke einen Monat lang zu sehen waren. Ich nehme weiterhin Aufträge an und verkaufe meine Grußkarten.
Jeden Monat gehe ich noch zur Blutabnahme ins Krankenhaus und nehme weiterhin Methotrexat, aber ich lasse mich davon nicht von meinem Traum abbringen.
Winter 2012 von Imogen Elliott