Top-Tipps für das Autofahren mit rheumatoider Arthritis

Blog von Geoff West

Autofahren ist für viele von uns, die keine Arthritis haben, eine Selbstverständlichkeit. Es ist in der Regel der schnellste Weg von A nach B und bietet zudem den Vorteil, den Kontakt zu anderen Menschen zu minimieren. Ich weiß, Autofahrer auf der M25 und in der Londoner Innenstadt werden darüber nur lachen, aber stellen Sie sich vor, Sie fahren mit geschwollenen Gelenken und Schmerzen in den Händen. Um also nicht nur mich selbst, sondern auch andere Betroffene zu informieren, hier unsere besten Tipps zum Autofahren mit rheumatoider Arthritis.

Automatik vs. Manuell

Gleich vorweg eine wichtige Information: Wir raten Ihnen nicht, Ihr Auto mit Schaltgetriebe sofort zu verkaufen. Obwohl Schaltgetriebe in Großbritannien immer noch häufiger anzutreffen sind, prognostiziert Direct Line, dass das letzte neue Auto mit Schaltgetriebe erst 2029 verkauft wird – nachdem die Verkaufszahlen von Automatikfahrzeugen 2021 erstmals die von Schaltgetrieben überholt haben. Das deutet auf zwei Dinge hin: Erstens werde ich wohl alt, denn ich erinnere mich noch gut daran, als Automatikfahrzeuge noch Zukunftsmusik waren. Zweitens verringert sich der Preisunterschied zwischen den beiden Getriebearten stetig. Das sollten Menschen mit rheumatoider Arthritis unbedingt bedenken.

Vielleicht liegt es nur an mir oder an meinem klapprigen alten Citroën, der einfach nicht aufgeben will, aber selbst ich bin körperlich fit und erlebe immer noch ab und zu Momente, in denen ich beim Fahren die Gänge verhaue. Ich möchte mir das bei einem Flammenstoß gar nicht vorstellen! Daher würde das Wegfallen des Greifens von Schalthebel und Kupplung die Schmerzen in Händen, Knien und Füßen lindern und einem gleichzeitig weniger Ablenkung beim Fahren verschaffen.

Kleine Anpassungen, großer Komfort

Für alle, die kleinere Veränderungen anstreben: Die richtige Sitzhaltung ist für jeden Autofahrer unerlässlich – erst recht für Menschen mit rheumatoider Arthritis! Heutzutage findet man kaum noch Autos ohne verstellbare Sitzhöhe und Neigung. Sollte die Einstellmöglichkeit jedoch nicht optimal sein, können zusätzliche Kissen hilfreich sein. Lenden- und Sitzringkissen bieten zusätzliche Unterstützung, erhöhen die Sitzhöhe und helfen, den Rücken in eine gesunde Position zu bringen.

Quelle: Amazon.co.uk. Demonstration der Benutzung eines tragbaren Haltegriffs

Je nach Position können Haltegriffe am Sicherheitsgurt hilfreich sein, wenn man nicht mehr planlos nach hinten greifen muss, um den Gurt zu finden. Sie bieten einen stabileren Halt und ersparen einem das Verdrehen beim Hinsetzen. Eine weitere sinnvolle Ergänzung ist ein tragbarer Haltegriff, der fast wie ein unauffälliger Gehstock funktioniert. Ideal für alle, die Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen haben, und passt problemlos ins Handschuhfach.

Hot Wheels

Wenn Sie unseren vorherigen Blogbeitrag zur Kontrasthydrotherapie, wissen Sie bereits, wie wohltuend sie für Menschen mit rheumatoider Arthritis und anderen entzündlichen Erkrankungen sein kann. Mir wurde von Kollegen versichert, dass beheizbare Lenkräder und Sitze für jeden mit rheumatoider Arthritis ein wahrer Segen sind.

Sollte Ihr Fahrzeug diese Funktion nicht bieten, gibt es beheizbare Lenkrad- und Sitzbezüge zu überraschend günstigen Preisen. Selbst ein paar Wärmepads im Handschuhfach können ausreichen, falls Sie von einem Kälteeinbruch überrascht werden. Diese müssen nicht fahrzeugspezifisch sein; die USB-beheizbare Decke, die Sie im letzten Winter so gerne benutzt haben, können Sie ebenfalls im Auto aufbewahren, falls Sie beim Einsteigen etwas mehr Wärme benötigen!

Kenne deine Grenzen

Wie so vieles im Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis und sogar im Leben selbst, geht es darum, seine Grenzen kennenzulernen. Leider gibt es keine allgemeingültigen Regeln, daher ist Ausprobieren unerlässlich. Planen Sie bei längeren Fahrten immer genügend Zeit ein und machen Sie zwischendurch 10-minütige Dehnpausen, um Verspannungen vorzubeugen. Inspiration für Übungen und Dehnungen finden Sie in unserem Übungsbereich.

Zusätzliche Medikamente, Schmerzmittel und entzündungshemmende Gele im Auto mitzuführen, kann in Notfällen sehr hilfreich sein. Vor allem aber sollten Sie alles tun, um auf sich selbst zu achten und das Risiko eines Krankheitsschubs zu minimieren.


Fragen, die Menschen mit RA häufig stellen

„Das Autofahren wird für meine Hände und Knie immer anstrengender. Lohnt sich der Umstieg auf ein Automatikgetriebe bei rheumatoider Arthritis überhaupt?“

Für viele Menschen mit rheumatoider Arthritis (RA) erleichtert ein Automatikwagen das Fahren spürbar, da man nicht ständig den Schalthebel festhalten oder die Kupplung betätigen muss. Dadurch entfallen zwei Bewegungen, die schmerzende Gelenke, insbesondere während eines Krankheitsschubs, stark belasten können. Sie müssen nicht gleich morgen ein neues Auto kaufen, aber es ist definitiv etwas, das Sie bei Ihrem nächsten Autokauf berücksichtigen sollten, zumal Automatikgetriebe immer häufiger zum Standard werden.

„Ich werde auf längeren Fahrten so schnell steif. Welche kleinen Änderungen können das Auto komfortabler machen, ohne ein Vermögen auszugeben?“

Schon kleine Anpassungen können viel bewirken. Die richtige Sitzhöhe und -neigung einzustellen, ein Lendenkissen anzubringen oder einen Gurtgriff zu verwenden, kann Verdrehungen und Belastungen reduzieren. Beheizbare Lenkradbezüge oder Sitzkissen, oder auch ein paar Wärmepads im Handschuhfach, können an kalten Tagen helfen, steife Gelenke zu lockern. Das sind alles keine großen Anschaffungen, aber zusammen machen sie das Autofahren deutlich angenehmer.

„Ich mache mir Sorgen, dass meine Beschwerden unterwegs einen Schub bekommen könnten. Wie können Menschen mit rheumatoider Arthritis längere Reisen bewältigen, ohne sich zu überanstrengen?“

Es kommt auf die richtige Fahrweise und Planung an. Planen Sie genügend Zeit ein und machen Sie kurze Dehnpausen. Bewahren Sie wichtige Dinge wie Schmerzmittel oder Gels im Auto auf, damit Sie sich wohl und sicher fühlen. Wenn Sie sich an einem anstrengenden Tag nicht wohlfühlen, ist es völlig in Ordnung, Ihre Pläne anzupassen. Seine Grenzen zu kennen, gehört zum sicheren Autofahren mit rheumatoider Arthritis und ist kein Zeichen dafür, dass Sie etwas falsch machen.



In unserem Bereich „Unterstütztes Selbstmanagement“ Sie hilfreiche Tipps für den Einstieg. Haben wir Ihre persönlichen Tipps zum Autofahren mit rheumatoider Arthritis vergessen? Teilen Sie sie uns auf Facebook, Twitter oder Instagram und folgen Sie uns für weitere Tipps zum Leben mit RA.