Chronotherapie: Die Wissenschaft der Abstimmung von Medikamenten auf unsere innere Uhr
Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) berichten häufig von stärkeren Symptomen am Morgen. Ärzte gehen mittlerweile davon aus, dass dies nicht einfach nur auf eine nächtliche Versteifung der Gelenke durch mangelnde Bewegung zurückzuführen ist.

2014
Patienten mit rheumatoider Arthritis stellen häufig fest, dass ihre Symptome morgens stärker sind. Ärzte gehen mittlerweile davon aus, dass dies nicht einfach nur daran liegt, dass die Gelenke über Nacht durch mangelnde Bewegung versteifen.
Es ist außerdem bekannt, dass die Hormonproduktion im Laufe des Tages Schwankungen unterliegt (dies wird als tageszeitliche Variation bezeichnet).
Einige der medikamentösen Therapien zur Behandlung von rheumatoider Arthritis sind sehr stark und können Nebenwirkungen haben.
In einer Studie an der Universität Manchester wird der optimale Zeitpunkt für die Medikamentenverabreichung untersucht. So sollen die Medikamente das Immunsystem nur dann dämpfen, wenn es nötig ist.
Obwohl das Konzept, medizinische Behandlungen auf unseren natürlichen Rhythmus abzustimmen, noch ungewöhnlich ist, gewinnt es bei immer mehr Ärzten an Bedeutung, da diese die Wichtigkeit unserer inneren Uhr erkennen.
In der medikamentösen Therapie gibt es bereits einige Beispiele dafür. Die verzögerte Freisetzung bestimmter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) ermöglicht eine bessere Linderung der Morgensteifigkeit. Kürzlich wurde ein Prednisolon-Präparat mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (Lodotra) entwickelt, das seine maximale Wirkung in den frühen Morgenstunden entfaltet, wenn die körpereigene Cortisonproduktion am niedrigsten ist. Eine niedrigere Dosis dieses Prednisolons war wirksamer und hatte weniger Nebenwirkungen als herkömmliche, morgens eingenommene Prednisolon-Dosen.