Kieferprobleme
Rheumatoide Arthritis (RA) kann den Kiefer betreffen, genau wie jedes andere Gelenk im Körper, und es wird geschätzt, dass bei mehr als 17 % der Patienten mit RA das Kiefergelenk betroffen ist.
RA und der Kiefer
Rheumatoide Arthritis (RA) kann die Größe des Kiefers beeinflussen, und Patienten können Probleme mit dem Kiefergelenk (auch Temporomandibulargelenk oder TMJ genannt) entwickeln, die anderen Gelenkbeschwerden bei RA ähneln. Schätzungsweise ist bei über 17 % der Patienten mit RA oder juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) das Kiefergelenk betroffen, was häufig zu Schmerzen, Schwellungen und eingeschränkter Beweglichkeit des Gelenks führt.

Die Kiefergelenke befinden sich, wie in der Abbildung dargestellt, vor jedem Ohr. Probleme mit dem Kiefergelenk werden als Kiefergelenksdysfunktion oder craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Beschwerden im Kieferbereich können sich wie folgt äußern:
- Schmerzen
- Klicken
- Schwierigkeiten beim Verzehr harter, zäher Lebensmittel
- Kratzgeräusch
- Kieferverrenkung
Juvenile idiopathische Arthritis (JIA), die Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren betrifft, kann auch das Kiefergelenk beeinträchtigen. Sie kann das natürliche Wachstum der Knochen beidseits des betroffenen Gelenks beschleunigen oder verlangsamen.
Entwickelt sich der Unterkiefer nicht normal, kann dies zu einem kleineren Mund führen, wodurch sich der Mund nur eingeschränkt öffnen lässt. Dies kann sich auf das Essen, die Zahnputzgewohnheiten und die Dauer des geöffneten Mundes auswirken.
Was kann ich tun, wenn ich Kieferprobleme habe?
Bitte informieren Sie Ihren Zahnarzt, Ihre Zahntherapeutin oder Ihre Dentalhygienikerin, wenn Sie eines dieser Probleme haben:
- Schmerzen beim weiten Öffnen
- Begrenzte Öffnung
- Schwierigkeiten beim Erreichen des hinteren Mundbereichs beim Zähneputzen
Bei eingeschränkter Mundöffnung oder Beschwerden muss dies durch kürzere Zahnarzttermine oder Ruhepausen während bestimmter Behandlungen behoben werden.
Lebensstiländerungen
Es gibt eine Reihe von Selbsthilfemaßnahmen, die zur Verbesserung der CMD beitragen können, darunter:
- Schonen Sie das Gelenk, indem Sie weiche Speisen verzehren und auf Kaugummi verzichten.
- Nach einigen sanften Kieferdehnungsübungen einen warmen oder kalten Waschlappen an den Kiefer halten.
- Vermeiden Sie es, das Gelenk zu weit zu öffnen.
- Die Muskeln rund um das Gelenk massieren.
- Entspannungsübungen zur Stressbewältigung (Menschen neigen dazu, bei Stress die Zähne zusammenzubeißen).
- Das Kinn nicht auf die Hand stützen.
TMD-Übungen
Es gibt zwei Hauptübungen, die hilfreich sein können (führen Sie diese NICHT durch, wenn das Gelenk entzündet, d. h. geschwollen und schmerzhaft ist). Ihr Zahnarzt kann Ihnen erklären, welche Übung Ihnen am meisten hilft. Es ist wichtig, Ihre Gesichtsmuskulatur vor Beginn der Übungen einige Minuten lang mit einer warmen Kompresse aufzuwärmen.
Übung 1
- Öffne deinen Mund langsam.
- Rolle deine Zunge nach oben, sodass die Zungenspitze den hinteren Teil deines Gaumens berührt.
- Schließen Sie langsam den Mund und halten Sie Ihre Zunge in der oben beschriebenen Position. Wiederholen Sie diese Übung 10 Mal, 2- bis 3-mal täglich.
Übung 2
- Setzen Sie sich aufrecht vor einen Spiegel.
- Öffnen Sie Ihren Mund langsam und achten Sie darauf, dass Ihr Unterkiefer nicht zur Seite schwingt; gegebenenfalls müssen Sie mit der Hand sanften Druck auf Ihren Kiefer ausüben.
- Wiederholen Sie diese Abfolge 10 Mal, 2-3 Mal täglich.
Auf der Website des Melbourne TMJ Centre finden sich einige gute Bildbeispiele für diese und andere Übungen bei Kiefergelenksdysfunktionen.
Sollten weiterhin Kiefergelenksbeschwerden auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt, um weitere Beratung und Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Gegebenenfalls ist eine Überweisung an einen Spezialisten im Krankenhaus erforderlich.